Gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit

 

Gemeinsame Erklärung zur Zusammenarbeit 
            der AG SPD queer RLP und der AG Migration und Vielfalt RLP

Die AG Migration und Vielfalt und AG SPD queer treten dafür ein, dass ein umfassender und gefestigter gesellschaftlicher Zusammenhalt nur aus dem gemeinsamen Verständnis, Respekt füreinander und der gegenseitigen Unterstützung aller Bevölkerungsgruppen füreinander, den Benachteiligten wie den Bessergestellten, erwachsen kann. Es darf nicht sein, dass eine Bevölkerungsgruppe alleine für ihre eigenen Rechte und selbst für ihre gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft kämpft.

Erst, wenn sich

  • Männer für die Rechte von Frauen stark machen,
  • Menschen ohne Migrations- und Fluchtgeschichte sich für Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte einsetzen und sie in ihren Belangen unterstützen, damit allen gleichberechtigte Teilhabe möglich ist,
  • heterosexuelle Menschen für die Rechte von Lesben, Schwulen, Bisexuellen, Transidenten und Intersexuellen kämpfen,
  • wirtschaftlich gut gestellte Menschen aktiv an der Chancengleichheit für Menschen aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Familien arbeiten,
  •  nicht-behinderte sich umfassend um den Abbau von Barrieren für behinderte Menschen kümmern,
  •  junge Menschen für die Rechte von Alten einsetzen und umgekehrt,

erst dann können sich die Bedingungen für Lebensqualität und die Chancen für die gleichberechtigte Teilhabe an der Gesellschaft entscheidend verbessern.

Für die politische Ebene bedeutet das:

Vielfalt, Respekt und Akzeptanz gehören zusammen. Sie müssen nicht nur ideell gewollt sein. Sie müssen mit entsprechendem Rückgrat, ernsthaft, glaubwürdig und vorbildhaft vertreten werden. Sie müssen in unserer Gesellschaft, im Bildungswesen, in der Arbeitswelt, in der öffentlichen Wahrnehmung, in unserer alltäglichen Lebenswelt mindestens als selbstverständlich wahrgenommen werden. Sie müssen positiv besetzt sein und im Idealfall als Gewinn verstanden werden. Vielfalt ist ohne Akzeptanz von Unterschiedlichkeit für uns nicht vorstellbar. Akzeptanz meint den aktiven Prozess der Auseinandersetzung mit Vielfalt im Rahmen des Grundgesetzes, der für alle Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik der verbindliche Rahmen ist.

Für gesellschaftlichen Zusammenhalt zu werben, ihn zu organisieren und zu ermöglichen, zählt zu den hauptsächlichen Anliegen, wenn nicht sogar zu den Ur-Anliegen an der Sozialdemokratie.

Wir wollen gemeinsam eine Politik

  • für Arbeitnehmer_innen und Arbeitnehmerrechte,
  • bei der Groß- und mittelständische Unternehmen die Rechte von Menschen mit und ohne Migrations- und Fluchthintergrund und Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transidente und Intersexuelle berücksichtigen,
  • für alle Familien,
  • für Menschen mit Migrations- und Fluchtgeschichte,
  • für junge Menschen und deren Zukunft,
  • für ältere Menschen, deren Versorgung und deren Lebensqualität,
  • für Menschen mit Behinderungen,
  • für Frauen,
  • für Lesben, Schwule, Bisexuelle, Transidente, Intersexuelle und deren in der Bundesrepublik Deutschland immer noch ausstehenden Grundrechte,
  • für Bildung und soziale Gerechtigkeit,
  • für die gegenseitige Unterstützung aller dieser und weiterer Bevölkerungsgruppen.

Die Unterzeichnenden lassen sich dabei von Artikel 1 des Grundgesetzes leiten, der den Schutz der Würde des Menschen als Verpflichtung aller staatlichen Gewalt festschreibt. Die Unterzeichnenden verstehen ihr Anliegen deshalb als für jede Bürgerin und jeden Bürger der Bundesrepublik Deutschland zutreffend, weil jeder Mensch immer mehreren der genannten Gruppen angehört.

Im Sinne eines übergreifenden Solidaritätsgedanken suchen die AG SPD queer und die AG Migration und Vielfalt den engen Schulterschluss. Sie wollen miteinander abstimmen, wie sie in ihrer jeweiligen Arbeit die Belange der jeweils anderen Arbeitsgruppe berücksichtigen und unterstützen können.

Gemeinsam wollen wir Spitzen der Politik aller Parteien – auch der eigenen – daran erinnern, wie ausgrenzende, pauschalisierende oder stigmatisierende Aussagen bei den Betroffenen verletzend wirken und wie diese Aussagen die Einstellung in der übrigen Bevölkerung negativ beeinflussen. Wir wenden uns gegen die grundsätzliche Unterstellung von Extremismus gegenüber Muslimen, sowie die Gleichsetzung von Islamkritik mit Islamophobie, genauso wie wir Vorurteile gegen die „Ehe für alle“ bekämpfen.

Wir werben für eine positive, vorurteilsfreie Darstellung, die Allen gleiche Würde und gleiche Rechte verleiht.

Die Zusammenarbeit kann Vorbild für den Einbezug weiterer Arbeitsgruppen sein.

Ziya Yüksel                                                                Joachim Schulte
Vorsitzender                                                              Vorsitzender
AG Migration und Vielfalt Rheinland-Pfalz                      AG SPD queer Rheinland-Pfalz

 

 

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